RheinRuhrExpress
  Jahresrückblick 2014
 
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Und wieder ist ein Jahr (viel zu schnell) vorbei. Rückblickend ein ereignisreiches, buntes und verrücktes Jahr. Am ehsten lässt sich das Jahr vielleicht als das Jahr der Comebacks charakterisieren. Die Baureihe 110 darf sich überraschend noch einmal im Regionalverkehr beweisen, die Baureihe 103 darf im Fernverkehr den hochwertigen und langlaufenden IC118/119 bespannen. Und auch die Baureihe 420 kehrt zum dritten Mal zur S-Bahn Rhein-Ruhr zurück. Das alles und vieles mehr, was das Eisenbahnjahr 2014 ausgemacht hat soll der folgende Jahresrückblick zeigen:




Zum Einsatzfeld der BR 181 gehörte 2014 auch die Beförderung von PBZ-Zügen, die Wagen zwischen DB Werken hin und her befördern. Und so kam diese "Nischenbaureihe" auch wieder planmäßig nach Nordrhein-Westfalen. Zum Hauptarbeitsgebiet zählte dabei der PBZ 2476 der die drei Werke Frankfurt-Köln-Dortmund verbindet. Das Bild zeigt den (natürlich) im Gegenlicht verkehrenden Zug auf dem Vorläufer der Hammer Eisenbahnbrücke. Diese verbindet Neuss mit Düsseldorf.



  
Wie auch schon ein Jahr zuvor sorgte der private Fernverkehrsanbieter HKX auch 2014 für bunte Züge. Leider muss 2014 auch als das Jahr des langsamen Niedergangs für den HKX gelten. Denn der freigegebene Fernbussektor und die harte Konkurrenz zur Deutschen Bahn lässt den privaten Fernverkehr auf der Schiene immer unaktkraktiver werden. Und so wurden immer mehr Fahrten gestrichen. Der Konzern selbst sieht eine Zukunft nur noch im bundesländerübergreifenden Fernverkehr. Am 2 Februar sieht es jedoch noch nicht so düster aus und ES 64U2 030 zieht den HKX 1802 von Hamburg nach Köln mit hohen Tempo durch den Speckgürtel Düsseldorfs und ist hier zwischen Düsseldorf Derendorf und Düsseldorf Zoo auf der "Düsseldorfer Stadtbahn" unterwegs.
 
 



Der März war für mich ein relativ fotoarmer Monat. Beim Besuch des Weltkulturerbes Loreley im Rheintal konnte ich mir dann ein Foto vom 132 Meter hohen Felsen herab ins Rheintal jedoch nicht verkneifen. Mit einem schweren Kohlebomber konnten dabei zwei 151er festgehalten werden, die im Tal sicherlich für ordentlich Krach im lärmgeplagten Rheintal gesorgt haben dürften. Dennoch gehört die Eisenbahn einfach irgendwie dazu zu meinem Bild vom Rheintal.





Wenn der Ausspruch "Totgesagte leben länger" für eine Baureihe gelten kann dann für die BR 110 in NRW. Und so gab es auch 2014 ein überraschendes Comeback für die charakteristischen Bügelfalten vor n-Wagen zwischen Rhein und Ruhr. Vor allem auf der RB 68 und den Fußballsonderzügen schickte das BW Dortmund wieder die gute alte E10 ins Rennen. Bei einem (oder dem?) letzten Einsatz am 19 April dieser Baureihe bei DB Regio bespannte 110 491 eine zusätzliche Regionalbahn für Fußballfans des BVB von Hamm zum Dortmunder Signal Iduna Park.





Eigentlich sollten seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 im neuen Vareo-Netz die nagelneuen Lint 54 und Lint 81 Triebzüge die BR 628 und 644 ersetzen. Doch daraus wurde zumindest bis zum Sommer 2014 nichts im Gegenteil. Die Mehrverkehre und zunehmende Knappheit an Zügen der BR 644 führte sogar dazu, dass sogar wieder mehr 628 eingesetzt wurden. So wurde die RB23 aus betrieblichen Gründen aufgeteilt. Der Abschnitt zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel wurde damit unter der Woche wieder mit der BR 628 bedient. Am 25 April hat 628 662 den Auftrag die Fahrgäste zwischen dem beschaulichen Bad Münstereifel und Euskirchen zu befördern. Einer der schönsten Abschnitte der Efttalbahn ist dabei rund um Kreuzweingarten, wo auch dieses Bild entstand.





Auch auf den Eifel-Regionalexpress zwischen Köln und Trier bekamen die 628er durch die Probleme mit den neuen Lint eine Galgenfrist.
Am 20 Mai zeigt sich dieses 628 Pärchen bei Scheven in der Eifel mit dem RE22 auf dem Weg von der Rheinmetropole in die älteste Stadt Deutschlands.





Ebenfalls im Mai gelang diese Impression eines 628 Gespanns beim Überqueren des Rheins von Düsseldorf nach Neuss. Auch für den 628 auf der Erft-Bahn (RB38) sollte dies das letzte Jahr der BR628 werden. Durch ausreichend freiwerdende 644 auf dem Eifel-Netz wurde von dieser Linie die 628 zum Fahrplanwechsel abgezogen. Damit wird das Arbeitsrevier der Düsseldorfer 628 nachdem Verlust der RB 47 immer geringer.





In der Nacht vom 9 auf den 10 Juni wütete ein schweres Orkantief Namens Ela über weiten Teilen des Rheinland und des Ruhrgebiets. Zehntausende Bäume stürzten daraufhin um. Welch gravierende Folgen dies für den Bahnverkehr hatte lässt sich leicht ausmalen. Noch am Abend wurde der Bahnbetrieb komplett eingestellt. Und das tatsächliche Ausmaß zeigte sich erst in den Morgenstunden des 10 Juni. Auch der Großraum Düsseldorf war stark betroffen. Fast jede Strecke war blockiert. So auch die wichtige Gütermagistrale Duisburg-Köln. Das Bild zeigt das Ausmaß der Zerstörung allein auf dieser Strecke hier kurz vor dem Staufenplatztunnel in Düsseldorf Grafenberg. Die Aufräumarbeiten dieses nach Aussage von Bahnchef Grube "Schlimmstes Unwetter in der Geschichte der Deutschen Bahn" zogen sich auf mancher Strecke noch über Monate.






Auch die "Starleistung" des Deutschen Fernverkehrs im Jahr 2014 der planmäßig mit der Baureihe 103 bespannte IC 118/119 musste wegen des Sturms ein paar Tage  über die Wupperachse umgeleitet werden. So kam auch das Bergische Land zumindest für einige Tage in den Genuss der einstigen Prestigelok der Bundesbahn. Das Bild zeigt 103 133 mit IC118 bei Haan Ellscheid.





Ein weiteres Comeback im Jahr 2014. Die BR 420 der "Heilige ET" kehrt nachdem er bereits dreimal vom Hof gejagt wurde nach NRW zurück. Diesmal jedoch nicht im großen Stil, sondern als Lückenfüller für die knapp gewordenen 143er  und als Notfallebene für eine Nichtzulassung der Lirexe. Am 11 Juli hat 420 418 mit 420 433 Auslauf auf der S68. Das Bild zeigt die ehemaligen Stuttgarter bei der Einfahrt nach Düsseldorf Oberbilk.





Sommerzeit ist Reisezeit. So ging es fast schon traditionell mit dem Deutschlandpass auf dem Weg quer durch die Republik. Als ein wahres Mekka für Eisenbahnfotografen erwiesen sich die sogenannten "Marschbahnumleiter". Wegen Bauarbeiten musste der internationale Güterverkehr zwischen Deutschland und Dänemark über einen Teil der Marschbahn und später über eine dänische Nebenbahn umgeleitet werden. Da diese Strecke nicht elektrifiziert ist mussten die schweren Güterzüge zudem von "Ludmillas" bespannt werden. Dabei kam es zu der skurrilen Situation, dass die russischen Loks der Deutschen Bahn über eine kleine dänische Nebenbahn umgeleitet wurden. In Dänemark stiegen dann dänische Lotsen auf die Züge um die deutschen Lokführer zu navigieren. Am frühen Morgen des 19 Juli rollte 232 241 durch den kleinen dänischen Ort Bredebro.





Im Jahr 2014 wurden die A59, die Verkehrsader zwischen Niederhein und Rheinland, wegen Bauarbeiten monatelang gesperrt. Nicht nur mit einem "Umsteiger-Ticket" versuchte der VRR die Autofahrer so auf die Schiene zu bringen. Auch zusätzliche Züge sollten die Pendel überzeugen. Mit der zusätzlichen RB 10541 am Haken passiert 111 158 mit ihrem n-Wagenpark die Fernbahn bei Düsseldorf Derendorf und erreicht gleich ihr Ziel Düsseldorf.





Wie in jedem Jahr im Sommer veranstaltete die Regiobahn auch 2014 ihr Sommerfest. Am Sonntag, dem 24.8, gab es anlässlich des Festes Pendelfahrten zwischen Mettmann Stadtwald und Dornap Hahnenfurt. Der Sonderzug wurde mit der 212 039 von Railflex und drei Waggons gebildet. Durch die kurz bevorstehenden Bauarbeiten zur Verlängerung der Regiobahn nach Wuppertal wird sich auch das Gesicht des alten Bahnhofs Hahnenfurth verändern.





Die wie ich finde schönsten Tage im Jahr sind die des goldenen Oktobers. Ein solcher Tag war der 4 Oktober. An diesem Tag hat 112 137 Schicht auf dem Rhein-Münsterland-Express die soeben den Bahnhof Wuppertal- Vohwinkel mit hohen tempo durcheilt hat. Schon bald werden hier Talent 2 Triebzüge von National Express verkehren.





Über zwei Jahrzehnte prägte die BR 143 in Kombination mit den x-Wagen den S-Bahnverkehr zwischen Rhein und Ruhr. Mit der Auslieferung der BR422 ab 2008 wurden die Trabanten mit den S-Bahnwagen auf die S6 verbannt. Dort verdienten sie sich unter nicht immer ganz einfachen Bedingungen ein Gnadenbrot zwischen der Millonenstadt Köln und der Ruhrmetropole Essen. Ab dem Fahrplanwechsel werden hier jedoch durch Freisetzung der 422 von der S8 auch Triebzüge verkehren. Am 16.11 ist 143 030 mit ihrem Park zwischen Ratingen Hösel und Ratingen Ost unterwegs.





Durch ihren eigenen Erfolg überrumpelt ist die Fahrzeugdecke der Regiobahn in der Hauptverkehrszeit sehr gering. Im November kam es zu einem dauerhaften Fahrzeugengpass, weswegen nicht mehr alle vorgesehenen Züge als Doppeltraktion verkehren konnten. Um diesen Zustand zu beheben wurden sich spontan konzernintern zwei "große Talente" von der NordWestBahn gemietet. Mir aufwendigen Hinweisplakaten und als "S-Bahnersatzverkehr" geschilderten wurden die Fahrgäste auf das abweichende Fahrzeug hingewiesen. Und so kamen die Fahrgäste in den Genuss von Armlehnen und Tischchen. In der Schwachverkehrszeit, in der ohnehin nur ein Talent im Einsatz ist wurden die nicht für den S-Bahnverkehr gebauten Leihfahrzeuge wieder gegen die normalen Talente getauscht.  Am 14 November hat der VT 729 seinen Dienst verrichtet. Und so wird das Ersatzfahrzeug in Mettmann Stadtwald wieder gegen 1002 getauscht.





Bereits vor dem eigentlichen Termin zum Fahrplanwechsel wurden die neuen Lirex-Triebzüge zunächst auf der S68 "eingefahren". Pünktlich zum Fahrplanwechsel wurde dann der Großteil der Umläufe der S5/8 auf die neuen Züge umgestellt. Fast schon vorprogrammiert waren jedoch massive Verzögerungen bedingt durch die Spaltüberbrückung und die viel geringerer Türanzahl. Und so bleibt abzuwarten ob die Regionalzüge wirklich im urbanen S-Bahnverkehr auf der hochfrequentierten S8 bestehen können. Am 27 Dezember steht 1440 312 mit einem weiteren Lirex als S5/S8 nach Mönchengladbach in Wuppertal Steinbeck bereit.
 
   
 
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